Europa: wXw: Review zu wXw World Tag Team League 2018

Am Wochenende fand in Oberhausen die World Tag Team League 2018 statt. Die vollständigen Ergebnisse findet ihr hier.

Review wXw World Tag Team League 2018 – Night 1

Pre-Show

In der Pre-Show gab es das übliche Quiz, den Talk mit Sebastian Hollmichel und co. sowie natürlich ein Match. Das RoH-TagTeam Coast to Coast trafen auf die wXw Regulars von RISE (in Form von Ivan Kiev & Pete Bouncer). Zwar gewinnen hier RISE, aber so wirklich zufrieden kann man hier mit generell ja nicht sein. Man schwebt ein bisschen in der Bedeutungslosigkeit herum, obwohl sie eigentlich ziemlich over sind. Ich fürchte, der Ausfall von Da Mack und Bad Bones hat das Momentum ziemlich gekillt und zumindest auch die Storylines um das Stable auf Halde gelegt. Sehr schade. Pete Bouncer hat nämlich immer noch die krassesten Abs in der wXw.

World Tag Team League – Night 1

Den Opener durften zwei Frauen bestreiten und soviel namhafter ging es aktuell wohl auch nicht. Toni Storm trifft auf Meiko Satomura. Ein Vorgeschmack für das Finale von Femme Fatales? Hier war es jedenfalls schon mal ein schöner Opener.

Als erstes Turniermatch erwarteten uns gleich die Lucha Bros. gegen Okami. Ich hatte vorher gehört, die Verständigung war nicht so leicht, weil das Englisch aller Beteiligten nicht so super ist. Aber war für das Match eigentlich auch egal. Von Sekunde 1 hatten sich beide einfach nur verprügelt. Für den Ringrichter wahrscheinlich ein schlimmes Match, weil sich keiner an die üblichen Tag-Regeln hielt, für die Zuschauer aber ein super Start in das Turnier. War vor dem Wochenende nie der größte Fan von den Lucha Bros. aber die Leistung insgesamt war wirklich fantastisch.

Wir wandern auch gleich in Block B und die amtierenden Tag Team Champions Monster Consulting trafen auf JayFK. Kaspin trug einen weißen Umschlag mit sich, bei dem sich keiner so richtig einen Reim machen konnte, was dieser nun sein sollte. Unsere Theorie: Turnierregeln oder Nebenkostenabrechnung. Wenig überraschend setzen sich die Tag Team Champions durch und kommen dem Ziel „Titelverteidigung“ einen Schritt näher.

Weg vom Turnier, hin zum Shotgun Titel. In einem No1 Contender Match wurde der Gegner des amtierenden Shotgun Champion Marius Al Ani ausgekämpft. Fred Yehi, Lucky Kid, Julian Pace und natürlich Mr. 4 Way Emil Sitoci traten gegeneinander an, zuvor kommt aber Al-Ani in den Ring und hält die vielleicht beste Promo seiner wXw-Karriere. Das ist wirklich Must-See. Er verglich die Kontrahenten mit sich selbst und geht diese in seiner Promo immer wieder Face2Face durch. Niemand wäre so trainiert wie er, niemand wäre so erfolgreich im TV. Das klappt gut, bis er jedes Mal vor Emil Sitoci stand und dort merkte, oh, naja! 😉 Auch der Part danach ist wunderbar und ich will hier gar nicht zu viel verraten, das funktioniert noch besser, wenn man es selbst ansieht. Das Match war dann kurzweilig und überraschend gewann Julian Pace hier das Match, nachdem Al-Ani Lucky Kid mit dem Gürtel schlägt. Positiv ist hier auf jeden Fall, dass Julian Pace langsam fest eingebunden wird bei wXw und nicht nur einfach Matches und Auftritte hat. Das Potenzial dazu hat er.

Komplettiert wird Block A im Freitag durch RINGKAMPF vs. CCK. Es ist so schade, dass es auf wXwnow nicht die Entrances in Originalform gibt, weil das was jedes Mal bei Ringkampf abgeht, ist der Wahnsinn. Wenn 500+ die Melodie von Dvorak mitsingen, ist das einfach pure Gänsehaut. Das Match gegen CCK war dann sehr gut und meiner Meinung nach auch das insgesamt beste Turniermatch mit einem unfassbaren Jubel als Thatcher gegen Brookes tappen muss. Jegliche Interaktion von Gresham gegen Thatcher & WALTER waren hier auch Gold und ich hoffe, wir sehen Gresham in Zukunft wieder häufiger bei wXw.

Das letzte Turniermatch lautet folgerichtig Aussie Open vs. Team SPLX. Ich bin kein großer Fan von Angelico und kann das auch gar nicht richtig in Worte fassen, aber hat bei mir noch nie so richtig geklickt. Was immer aufs Neue klickt: Seine Theme. BANGERANG. Cobb hingegen würde ich für jede wXw Show ever nehmen weil er anders als viele andere im Indy-Bereich verstanden hat, wie man als beweglicher, breiter Mann wrestelt: Man wirft einfach Leute durch die Gegend und bringt ganz vereinzelt Flips. Aussie Open funktionieren als Team auch hervorragend und daher ist es auch nicht überraschend, dass auch dieses Match wirklich gut war.

Zeit für den Main-Event. Eine Fehde, die jetzt mit on-off Phasen ziemlich genau ein Jahr geht, fand am Freitag ihr Ende. Und wow, das war Mal ein Ende. Ein harter Brawl durch die komplette Halle, Einsatz eines Heißwachsstreifens auf der Brust von David Starr, Reißzwecken und Tackernadeln in den Köpfen beider Kontrahenten. Viel mehr Deathmatch ohne es Deathmatch zu nennen, kann man wohl nicht sein und es war ein würdiges Ende für diese Blutsfehde. Ich hoffe, es kommt on-demand nur halb so cool, wie in der Halle herüber. Die Show endete dann mit Jurn Simmons, der die Haare von David Starr mit Hilfe von Dirty Dragan und Emil Sitoci geschnitten bekam. Schön, dass man hier auch Dragan und Sitoci diesen Moment gab, die ja auch im laufenden Jahr viel mit Jurn zu tun hatten.

Insgesamt der wohl stärkste Freitag seit etlichen Jahren (auch 16 Carat war hier wohl lange nicht besser) und möglicherweise auch insgesamt eine der stärksten „Einzelshows“ seit langer Zeit für wXw. Hier hat einfach alles gepasst, allerdings schade, dass man wieder so wenig Promos eingebaut hat. Diese 10 Minuten sollte man sich in meinen Augen insgesamt einfach nehmen, das würde die Shows stark aufwerten. Aber dennoch: Wrestlerisch gibt es hier nichts auszusetzen, denn kein Match war hier nicht mindestens „gut“. Must-See, wenn man nur einen Tag anschauen möchte.

Match of the Night

CCK vs. RINGKAMPF – **** 1/4

Review wXw World Tag Team Turnier Night 2

Femme Fatales

Die mittlerweile dritte Auflage des Frauenturniers bot dieses Jahr meiner Meinung nach das stärkste Line-Up. Mit Meiko Satomura, Toni Storm und Killer Kelly waren gleich drei Teilnehmerinnen des Mae Young Classics 2018 dabei, mit Wesna und LuFisto zwei langjährige Veteranen, mit Millie McKenzie vielleicht DER Shooting Star aus UK sowie mit Kris Wolf eine richtige Weltenbummlerin. Lediglich Audrey Bride fällt hier etwas hinten runter, aber auch ihre Leistung war okay.

Das Turnier selbst war dann auch wirklich gut und mit Satomura hat wohl auch die richtige Wrestlerin gewonnen. Melanies Eingriff im Match von Toni Storm war im Hinblick auf den Titelverlust von Toni aufgrund einer Verletzung natürlich eine gute Wahl. Auch Wesna hat gegen Satomura eine gute Figur gemacht und lieferte dort eines der besten Matches des Turniers. Kris Wolf brachte viel Comedy in ihre Matches, aber in den entscheidenden Momenten verpasst sie es nicht, den Schalter umzulegen und die nötige Ernsthaftigkeit in ihre Auftritte zu bekommen.

LuFisto war meine positive Überraschung des Turniers. Ihre Leistung war in jedem Match mindestens gut und sie spielt diese Rolle als dominanter Heel einfach super. Ebenso positiv war das Frauentitelmatch mit Melanie & Martina. Melanie finde ich, seit sie ihre aktuelle Rolle gefunden hat, im Ring wirklich gut. Sie hat sich da sehr stark entwickelt und ein Gimmick geschaffen, dass außerhalb ebenso gut wie im Ring funktioniert. Hut ab. Martina finde ich nicht so wirklich toll, aber ihre Leistung war auch okay. Die britischen Fans meinten, das wäre Martinas bestes Match bisher gewesen. Und das Match war ja auch gut.

Femme Fatales war wieder ein gelungener Frauen-Event und ich war schon bei viel schlechteren „richtigen“ Events mit hauptsächlich männlicher Beteiligung. Dazu mit knapp 2 Stunden eine angenehme Länge.

World Tag Team League – Night 2

Wie bereits Night 1 startete auch Night 2 mit Non-Tournament Action. Marius Al Ani setzte seinen Shotgun Titel gegen Julian Pace aufs Spiel. Solider Opener, aber nichts, was lange im Kopf bleiben wird. Aber: Es etabliert Pace als glaubwürdigen Charakter und Wrestler in der wXw. Die Turniermatches bei Night 2 waren allesamt wieder hervorragend und mit dem Sieg von Aussie Open über Monster Consulting auch wieder eine richtige Überraschung. Cooles Detail: Aussie Open trugen ihre Heel Gear gegen die absoluten Top-Faces Monster Consulting.

Für Wesna ist in gewisserweise schon sehr ärgerlich, 10 Jahre zu früh dagewesen zu sein. Prime-Wesna in der heutigen Zeit: WOW! Wesna ist jetzt kein Schatten ihrer Selbst, aber man merkt ihr es natürlich schon etwas an.

Von den Turniermatches blieb mir am ehesten RINGKAMPF vs. Lucha Bros im Kopf. Vor allem wie WALTER einmal Fenix vom Apron in die dritte Zuschauerreihe gekickt hat. Generell waren die ersten 3 Reihen glaube sehr undankbare Plätze diesmal, weil ich gefühlt noch nie erlebt habe, wie weit und plötzlich Wrestler dort hin gesprungen sind.

Untypisch für ein solches Turnierwochenende: Redezeit für einen Wrestler, der nicht Teil davon ist. Dragan redete über seine Karriere und hat mit dem wXw Office besprochen, dass seine Trial Series zu Ende kommen müsse. Er dürfe dafür den Gegner selbst wählen und wenn er verliere, sei er raus aus wXw. Wenig Überraschend fiel seine Wahl auf Jurn Simmons, der sich dann auch ein Rededuell mit Dragan lieferte. Während der ganzen Zeit war Dragans Buddy Sitoci dabei. Plötzlich tauchte ein bekanntes Gesicht auf: Alexander James ist zurück. Ich bin riesiger Alexander James Fan und habe mich daher sehr gefreut. Über die Geschehnisse natürlich nicht so. Die beiden haben Sitoci und Dragan lange verprügelt (leider etwas zu lange) und es war dann in der Halle nicht ganz klar, was jetzt mit dem Match am Sonntag ist. Tag Team? Singles?

Das ist etwas, was wXw generell aktuell (und auch in Vergangenheit immer wieder) fehlt: Eine Art GM oder Sportlicher Leiter, der diese Unklarheiten beseitigt. Das würde vieles aufwerten, aber mir fällt aus dem aktuellen Team auch niemand ein, der dies erledigen könnte.

Samstag Abend bedeutet auch immer: Großes Titelmatch. Leider ist Absolute Andy kurzfristig ausgefallen und so wurde ein neuer bzw. interims Unified World Wrestling Champion gesucht. Und boy, war das ein Match. Die Stimmung war völlig wahnsinnig. Es gab ab Ringglock über 15 Minuten ein Chantduell mit „GUNNS! BOBBY GUNNS! – ILJA“. Dauerhaft. In einer Lautstärke. Ich habe mich auf der Aftershow Party mit Tommy Gießen und dem langjährigen Kameramann von wXw unterhalten. Beide haben soetwas in über 20 Jahren Wrestling noch nie erlebt. Dazu hat das Match noch abgeliefert. Ilja als Sieger ist völlig okay, für Bobby wäre es noch zu früh gewesen. Schade auch hier: Keine Reaktion von Andy (obwohl dieser alle 3 Tage anwesend war). Da hätte ich mir zumindest mal ein Erscheinen auf der Stage gewünscht.

Night 2 war insgesamt wieder ein sehr runder Event und stimmungsmäßig wohl vielleicht der krasseste Abend seit langer Zeit. Wie auch bei Night 1: Kein schlechtes Match. Die Latte für Night 3 wurde sehr hoch gelegt.

Match of the Night

Ilja Dragunov vs. Bobby Gunns – **** 1/2

Review wXw World Tag Team Turnier Night 3

Am Sonntag stand uns der dritte und damit letzte Tag bevor. In beiden Blöcken war noch alles offen, daher war die Spannung in der Halle sehr greifbar. Als erstes Team konnten sich die Calamari Catch Kings qualifizieren, was für einen riesigen Pop sorgte. Generell muss man in Block A die sehr hohe Matchqualität loben. Der Live-Eindruck war nämlich, kein Match unter 3 1/2 Sternen. Natürlich war auch Block B mehr als gut, kommt aber insgesamt nicht ganz an

Nach dem tollen Match LuFisto vs. Wesna (hier gilt wieder: Wesna 10 Jahre jünger wäre so gut!) & dem JayFK Sieg (Aussie Open hier wieder mit ihrer Face-Gear) ging es leider rapide bergab. Monster Consulting verlieren fair and square ihr Match und somit die Titel, da sie raus sind. Die Situation in der Gruppe war folgende: Gewinnt Monster Consulting, gibt es in Gruppe B einen Losentscheid zwischen ihnen, JayFK und Aussie Open. Schade, dass man diesen Weg nicht gegangen ist, hätte meiner Meinung nach JayFK noch mehr gestärkt. Und vielleicht hat es ja was mit dem Umschlag von Kaspin zu tun. Apropos Umschlag: Den hatte er Sonntag gar nicht dabei. Vielleicht auf der Aftershow Party verloren. Auch schade, dass man hier kein Eingreifen von JayFK angeteasert hat. Sie sind die großen Nutznießer von einem Sieg von SPLX. Warum nicht einen DQ Sieg provozieren? Anyway: BANGERANG.

Nach der Pause ging es leider immer noch bergab. Dragan verliert völlig unspektakulär das Match und wird auch noch gepinnt. Es war vielleicht Dragans beste Leistung bei wXw, aber das doch klare Ende hat die Stimmung in der Halle ziemlich gekillt. Auch Lucky Kid vs. Tarkan Arslan reiht sich in den schwächsten Part der World Tag Team League ein. Nicht, weil das Match irgendwie schlecht war, im Gegenteil. Lucky Kid gewinnt das Match aber was nun? Ist RISE bzw. die Story dahinter Geschichte? Hatte während der Eingriffe von beiden Parteien (Al Ani für Tarkan, Bouncer und Kiev für Lucky) kurz mit einem Cagematch gerechnet, aber kurz darauf brachte Lucky Arslan um tappen. Klare Angelegenheit.

Auch das Finale ließ uns etwas ratlos zurück. Auch hier wieder: Schlecht war das Match auf gar keinen Fall. Allerdings wirkte das Finish sehr planlos und lies keine Spannung aufkommen. JayFK isolierten mehrere Minuten Brookes außerhalb des Ringes während sie abwechselnd Gresham verprügelten. Die Pinversuche scheiterten, bis sie irgendwann ihren Finisher zeigten. Ende. Ungläubige Blicke in der Halle.

Damit gingen vier Tage mit fünf Shows zu Ende und viele verließen wohl unbefriedigt die Halle. Und das obwohl das komplette Wochenende doch herausragend war. Leider fällt die zweite Hälfte von Night 3 ziemlich ab, aber nicht weil das Wrestling nicht gut war. Ich bin gespannt, wie es jetzt bei wXw weitergeht. Durch das Ende von Shotgun fehlt erstmal dieser Fixpunkt für die Zukunft. Normal hätte ich nämlich gesagt: Naja, mal Shotgun abwarten. Aber jetzt fehlt mir erstmal die Richtung. Was ist mit dem World Title, wie sieht es mit RISE aus, was ist mit Dragan, was ist mit dem Umschlag von Kaspin?

Dennoch: Die großen Gewinner sind (abseits vom Titelgewinn) JayFK. Sie haben bewiesen, dass sie mehr als nur ein wXw-regular Tag Team sind, sondern auch mit den etablierten Wrestlern mithalten können. Ihr Gimmick halte ich für herausragend und sind ein riesiger Gewinn für wXw. Hut ab vor diesem Gimmickwandel von den Gute Laune Kids zu Fresher Than You mit weißen Haaren und neuer Gear.

Auch Bobby Gunns wurde etabliert. Ich hoffe, seine Beliebtheit ist auch abseits des Carats so hoch, verdient wäre es. Auch im Ring wird er Woche für Woche besser (und dabei ist er schon gut). Mit Pace hat man direkt einen neuen Midcarder in das Rennen gebracht, Leute wie Veit Müller stehen auch noch bereit. Nach den vielen Abgängen in den letzten zwei Jahren und einem WALTER der aktuell nicht mehr so oft auf den Cards ist, könnte der Unterbau der wXw deutlich schlimmer aussehen. Ich bin sehr auf die Entwicklungen bis zum Carat gespannt.

An dieser Stelle vielen Dank an wXw für die Einladung zum Media Center. Es hat mich sehr gefreut und auch vielen Dank an Patrick für die Organisation und Gastfreundschaft.

Match of the Night

RINGKAMPF vs. Okami – ****

Must-See Matches

David Starr vs. Jurn Simmons (Night 1)

Bobby Gunns vs. Ilja Dragunov (Night 2)

CCK vs. RINGKAMPF (Night 1)

Beste Veranstaltung

Night 1 (Freitag)

Aufsteiger des Wochenendes

Julian Pace

Team des Wochenendes

JayFK (Jay Skillet & Francis Kaspin)


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